Die Perspektiven für die deutsche Konjunktur hellen sich auf. Nicht zuletzt sind es die jüngsten Reformbeschlüsse der Bundesregierung, die für neue Konjunktur- und Börsenhoffnungen sorgen.
Von Wolfgang Ehrensberger
Das Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag hat im Juli seinen moderaten Aufwärtstrend fortgesetzt. Hatte im Juni die Entspannung im Iran-Konflikt zu
einer verbesserten Konjunkturstimmung beigetragen, so sorgten im Juli nicht zuletzt auch innenpolitische Entwicklungen für eine Fortsetzung des Trends. Zwar stagnierte der Barometerstand bei 29,1 Punkten, doch die Prognose für die kommen den zwölf Monate verbesserte sich um 4,6 Prozent auf 25,1 Punkte.
Basis des Ökonomen- Barometers von €uro am Sonntag ist eine monatliche Umfrage unter führenden Volkswirten, die seit 2006 läuft. In der vergangenen Woche hatte sich die Regierungskoalition in Berlin auf ein Reformpaket verständigt mit dem Ziel, die Wirtschaft in Deutschland wieder auf Touren zu
bringen. „Endlich bewegt sich was“, brachte es Klaus Röder von der Uni
Regensburg auf den Punkt. Zusammen mit nachlassenden Zinsängsten hatten die Reformbeschlüsse auch dem DAX in den vergangenen Tagen den nötigen
Auftrieb verschafft, um seinen fast sechs Monate alten Rekord zu über treffen. Euphorisch fielen die Kommentare der Ökonomen zum Reformpaket dennoch nicht aus. „Die Aussichten haben sich etwas verbessert durch die aktuelle Handlungsfähigkeit der Regierung“, kommentierte ZEW-Experte Friedrich Heinemann. „Angesichts der beschlossenen Reformen gehe ich von einer leichten Verbesserung aus“, sagte Gerhard Wegner von der Uni Erfurt.
Trotz der jüngsten Eskalation im Iran-Konflikt halten viele Ökonomen Frieden für die wichtigste Voraussetzung für eine bessere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. „Eine Entspannung könnte dafür sorgen, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland gegen Jahresende wieder einsetzt“, sagte Felix Schmidt, leitender Volkswirt bei Berenberg. Teilnehmer wie Georg Götz (Uni Gießen) verweisen dabei insbesondere auf die Öffnung der Straße von Hormus und die Belebung des Schiffsverkehrs.